Gesetzlichkeit - Bibelbetrachtung

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Gesetzlichkeit

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                                             Exkurs über Gesetzlichkeit

Nachdem wir den Galaterbrief gelesen haben, könnte man meinen, dass Paulus die  Gesetzeslehrer so gründlich bekämpft hat, dass das Thema in der Gemeinde nie  wieder aufkommen könnte. Doch die Geschichte und die Erfahrung lehren uns leider  anderes! Gesetzlichkeit ist ein so wichtiger Teil des Christentums geworden, dass die  Menschen der Ansicht sind, dass sie dazugehört.

Ja, die Gesetzeslehrer sind noch immer unter uns. Wie sollen wir sonst alle die  Pastoren und Gemeindeleiter nennen, die z. B. lehren, dass Konfirmation, Taufe oder  Gemeindemitgliedschaft notwendig für die Erlösung  seien, dass  das  Gesetz eine  Lebensregel für die Gläubigen sei, und dass wir durch den Glauben gerettet sind, doch  durch die Werke im Glauben gehalten werden? Was  anderes ist das,  als jüdisches  Gedankengut im Christentum,  wenn  wir  aufgefordert  werden, eine von Menschen  ernannte Priesterschaft zu akzeptieren, die eine besondere Kleidung hat und Gebäude  kennt, die den Tempeln mit ihren steinernen Altären und ihren ausufernden Ritualen  nachgebildet sind, und ein Kirchenjahr, das nach Festen und Fastenzeiten aufgeteilt ist?

Und was ist das anderes als eine galatische lrrlehre, wenn Gläubige aufgefordert werden, den  Sabbat zu halten, weil sie sonst nicht errettet werden könnten? Moderne Gesetzesprediger  brechen stark in die Reihen derer ein, die ihren Glauben an Christus bezeugen, und aus  diesem Grunde sollte sich jeder Gläubige vor ihren Lehren warnen lassen und sich lehren  lassen, wie er auf diese Lehren antworten kann.

Die Sabbatverteidiger fangen ihre Predigt normalerweise damit an, dass sie die Erlosung  durch den Glauben an Christus predigen. Sie benutzen alte evangelische Choräle, um die Unaufmerksamen einzulullen, und scheinen sehr viel Wert auf die Schrift zu legen. Doch  schon bald stellen sie ihre Gefolgschaft unter das Gesetz des Moses, insbesondere unter das Sabbatgebot. (Der Sabbat ist der siebte Tag der Woche, unser Samstag oder Sonnabend.)
Wie können sie das nur wagen angesichts der eindeutigen Lehre des Paulus, dass der Christ dem Gesetz gegenüber tot ist? Wie kommen sie um die klaren Aussagen des  Galaterbriefes herum? Die Antwort liegt darin, dass sie eine scharfe Grenze zwischen dem Zeremonialgesetz und dem Sittengesetz ziehen. Das Sittengesetz sind die Zehn Gebote. Das  Zeremonialgesetz umfasst die anderen von Gott gegebenen Regeln, wie die Gebote über  unreine Speisen, über Aussatz, über die Opfer usw.

Das Sittengesetz, so sagen sie, ist niemals angetastet worden. Es ist Ausdruck einer  ewigen Wahrheit Gottes. Wer den Götzen dient, einen Mord oder Ehebruch begeht, der wird  immer Gottes Gesetz entgegenstehen. Das Zeremonialgesetz dagegen, argumentieren sie  weiter, ist in Christus hinweggetan worden. Deshalb folgern sie, dass Paulus, wenn er lehrt,  dass der Christ dem Gesetz tot ist, vom Zeremonialgesetz spricht und nicht von den Zehn  Geboten.


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eil das Sittengesetz noch immer gilt, müssen Christen es halten, so sagen sie.  Das  bedeutet, dass sie den Sabbat halten müssen, und an diesem Tag nicht arbeiten dürfen.
Sie sagen, dass einer der katholischen Päpste in ausgesprochener Missachtung der Schrift  die Anweisung gegeben habe, statt dem Sabbat den Sonntag zu halten.                
Diese Argumentation hört
sich sehr ansprechend und logisch an. Doch wird diese Lehre  durch die Tatsache verurteilt, dass sie völlig Gottes Wort widerspricht. Man beachte dazu  die folgenden Punkte:
1. In 2. Kor.3,7-11 wird ausdrücklich gesagt, dass die Zehn Gebote die Christen in Jesus Christus
    »hinweggetan« (Elb.) sind. In
Vers 7 wird das Gesetz als »Dienst des Todes, mit Buchstaben in Steine
    eingegraben« beschrieben. Das kann nur das Sittengesetz, nicht das Zeremonialgesetz sein. Nur die Zehn
    Gebote sind von Gottes Finger auf Steinplatten geschrieben worden
(2. Mo.31,18).
             
In Vers 11 lesen wir, dass der Dienst des Todes, obwohl er herrlich war, »hinweggetan« wurde. Nichts
kann endgültiger sein als das, der Sabbat hat für den Christen keine Ansprüche zu stellen.


2. Keinem Heiden wurde je befohlen, den Sabbat zu halten. Das Gesetz war ausschließlich dem jüdischen   
     Volk gegeben
(2. Mo.31,13). Obwohl Gott selbst am siebten Tag ruhte,  befahl er niemand anderem es zu
     tun, bis er den Kindern Israel das Gesetz gab.


3.  Die Christen sind nie auf Anweisung eines Papstes vom Sabbat auf den ersten Tag der Woche
    übergegangen. Wir heiligen den Tag des Herrn auf besondere Art für den Gottesdienst, weil der Herr
    Jesus an diesem Tag von den Toten auferstanden ist, ein Zeichen dafür, dass das Erlosungswerk
    vollkommen und vollständig war
(Joh.20,1).  
    Die ersten Christen trafen sich auch an diesem Tag, um das Brot zu brechen, um den Tod des Herrn zu
    verkündigen
(Apg.20, 7), und es war der Tag, den Gott bestimmt hat, an dem sie ihre Gaben geben      
    sollten, je nach dem der Herr ihnen Reichtum geschenkt hatte
(1. Kor.16, 1 und 2).
    Außerdem wurde der Heilige Geist am ersten Tag der Woche auf die Erde gesandt.
    Christen »halten« den Tag des Herrn nicht als Mittel, um sich zu heiligen, noch aus Furcht vor
    Strafe. Sie sondern ihn als liebevolle Hingabe an den einen aus, der sich selbst für sie hingab.


4.  Paulus unterscheidet nicht zwischen einem Sitten- und einem Zeremonialgesetz. Er halt immer wieder  
     fest, dass das Gesetz eine Einheit bildet, und dass der Fluch auf denen ruht, die versuchen, durch das
     Gesetz Gerechtigkeit zu erreichen und es letztendlich doch nicht halten
     könnten.


5.  Neun der Zehn Gebote werden im NT als sittliche Unterweisung für die Kinder Gottes wiederholt. Sie
      befassen sich mit Handlungen, die an sich gut oder böse sind. Das Gebot, das ausgelassen wird, ist das
     Sabbatgebot. Das Halten eines Tages ist nicht an sich gut oder böse.
     Es gibt keine Anweisung an die Christen, den Sabbat zu halten. Stattdessen sagt die Schrift ausdrücklich,          
     dass der Christ
nicht dafür verurteilt werden kann, wenn er ihn nicht hält (Kol.2,16)!

6.  Die Strafe für das Brechen des Sabbats im AT war der Tod (2. Mo.35,2).   Doch diejenigen, die heute
     darauf bestehen, dass die Gläubigen den Sabbat halten müssen,   üben  nicht die Todesstrafe an      
     Übertretern des Gesetzes aus.   Sie entehren   so   das Gesetz und  zerstören seine Autorität, indem sie       
     nicht darauf bestehen,  dass seine Anweisungen gehalten  werden. Sie sagen praktisch: »Das ist Gottes      
     Gebot, und du musst es halten, doch es wird  nichts geschehen, wenn du es brichst
. «


7.  Christus, nicht das Gesetz, ist die Lebensregel des Christen. Wir sollen wandeln, wie er gewandelt ist.
      Das ist ein noch strengerer
Maßstab als das Gesetz (Matth.5, 17-48). Uns wird durch den Heiligen Geist
      die Kraft gegeben, ein geheiligtes Leben zu führen. Wir wollen ein geheiligtes Leben führen, weil wir
      Jesus Christus lieben. Die Gerechtigkeit, die vom Gesetz  gefordert wird, wird von denen die nicht nach       
      dem Fleisch, sondern nach dem Geist  wandeln
(Röm.8, 4).

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eshalb ist die Lehre, dass die Gläubigen den Sabbat halten müssen, direkt derSchrift
entgegengesetzt
( Kol.2,26) und ist schlicht und ergreifend ein "anderes Evangelium", auf  dem der Fluch Gottes ruht (Gal.1, 7 & 9).

Möge jedem von Gott die Weisheit gegeben werden, die schlimme Lehre der Gesetzlichkeit  in jeder Form aufzudecken, in der sie auftreten mag! Mögen wir niemals versuchen,  Rechtfertigung oder Heiligung durch Zeremonien oder menschliche Bemühungen zu  erlangen, sondern völlig and ausschließlich in allen Angelegenheiten vom Herrn Jesus  Christus abhängig sein. Mögen wir uns immer daran erinnern, dass Gesetzlichkeit Gott  beleidigt, weil sie einen Schatten für wichtiger halt als die Realität indem sie nämlich  Zeremonien über Christus stellt.

Autor: MacDonald

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