Karneval - Als Christ ein Narr sein? - Bibelbetrachtung

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Karneval - Als Christ ein Narr sein?

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Soweit ein paar Informationen zum Karneval. Für Christen stellt sich nunmehr die Frage: Wie gehen wir mit Fasching um? Hat die Bibel zu diesem Thema etwas zu sagen?

Dabei wollen wir an dieser Stelle nicht vorformulieren, was Eltern ihren Kindern oder deren Lehrern sagen sollen, wenn diese in der Schule oder im Kindergarten mit Karneval konfrontiert werden. Aber wenn wir uns Gedanken zu diesem Thema gemacht haben, werden wir auch Antworten bereit haben und werden nicht Gefahr laufen, z.B. mit einer unbegründeten Boykotthaltung Lehrer zu verprellen. Wir sollten in Weisheit wandeln, gerade „gegenüber denen, die draußen sind“ (
Kolosser 4,5).

Und wie stehst du zu Karneval?

Die Bibel spricht selbstverständlich nicht ausdrücklich von „Karneval“ oder „Fastnacht“. Die Bibel ist eben kein Gesetzbuch, bei dem wir den Buchstaben K oder F einfach einmal nachschlagen können. Gott zeigt uns in der Bibel vielmehr Grundsätze, die wir auf unseren Lebenswandel anwenden sollen. Unser Gewissen soll in das Licht des Wortes Gottes gestellt werden, damit wir Entscheidung für Ihn fällen, ohne diese aus gesetzlichem Gehorsam zu „übernehmen“.

Die Karnevalszeit fällt in die Mitte der Fastenzeit. Und zum Fasten sagt die Schrift etwas: vor allem im Alten Testament, in den Evangelien und der Apostelgeschichte. Warum betone ich das? Weil wir in den Briefen des Neuen Testamentes nicht eine einzige Ermahnung zum Fasten finden, lediglich zwei Erwähnungen, dass Paulus gefastet hat. Das macht deutlich, dass das „buchstäbliche“ Fasten in unserer heutigen Zeit nicht mehr die Bedeutung haben kann, die es in anderen Zeiten einmal hatte.

Paulus hat gefastet (
2. Korinther 6,5; 11,27). Und in der Apostelgeschichte lesen wir ebenfalls vom Fasten (Apg.10,30; 13,2; 14,23; 27,9). Fasten wird auch in Verbindung mit dem Gebet erwähnt („Diese Art aber fährt nicht aus als nur durch Gebet und Fasten“, Matthäus 17,21). Das weist darauf hin, dass zu einem ernstlichen Gebet das Verzichten auf Genüsse des sonstigen Lebens passt.

An diesen Stellen kann man sehen, dass schon der Rahmen der heutigen Faschingszeit, das vorgeschriebene Fasten, durchaus keine biblische Vorschrift für Christen ist. Damit sage ich nicht, dass man heute nicht fasten kann, um in besonderer Weise einen Gebetsgegenstand intensiv vor Gott zu bringen. Aber es gibt kein „christliches Fasten“ – Gott will vielmehr, dass wir grundsätzlich auf jede Last und jeden Genuss verzichten, die uns im christlichen Wettlauf behindern: „Lasst auch uns, indem wir jede Bürde und die leicht umstrickende Sünde ablegen, mit Ausharren laufen den vor uns liegenden Wettlauf, hinschauend auf Jesus“ (
Hebräer 12,1).

Wir finden in Verbindung mit Fasching ausgelassene und hemmungslose Freudenfeste, begleitet durch eine Geist und Ohren betäubende Musik mit beherrschenden Rhythmen. Alkohol, heute häufig auch Drogen und übermäßige Genusssucht sind hier nur Beispiele. Es wird wohl jedem Christen klar sein, dass das nichts mit der christlichen Freude zu tun hat, die wir genießen dürfen. Petrus schreibt in seinem zweiten Brief: „Die die Schwelgerei bei Tage für Vergnügen erachten – Flecken und Schandflecke, die in ihren eigenen Betrügereien schwelgen und Festessen mit euch halten; die Augen voll Ehebruch haben und von der Sünde nicht ablassen, wobei sie unbefestigte Seelen anlocken; die ein Herz haben, in Habsucht geübt, Kinder des Fluches“ (
Kapitel 2,13-14).

Und der Enkelsohn des großen Königs Nebukadnezar, Belsazar, sollte uns in
Daniel 5 eine große Warnung sein. Für ihn war das ausgelassene Fest die letzte Mahlzeit in seinem Leben – nun tritt er vor Gott, dem er Rechenschaft schuldig ist für sein Leben.!

Übrigens ist solche Schwelgerei häufig auch mit dem Lästern göttlicher Personen verbunden. Das war bei Belsazar so (
Daniel 5,4). Und Judas macht das in seinem Brief ebenfalls sehr deutlich: „Doch ebenso beflecken auch diese Träumer das Fleisch und verachten die Herrschaft und lästern Herrlichkeiten... Diese aber lästern, was sie nicht kennen; was irgend sie aber von Natur wie die unvernünftigen Tiere verstehen, darin verderben sie sich... Diese sind die Flecken bei euren Liebesmahlen, indem sie ohne Furcht Festessen mit euch halten und sich selbst weiden“                        
(
Verse 8-12).

Ist es nicht wahr, dass die Beschreibung dieser Menschen als Tiere gerade in der Faschingszeit besser nicht sein könnte? Damit spiele ich nicht nur auf die Verkleidungsvarianten an. Und wie viel wird in den Faschingsreden auch über göttliche Personen gelästert. Damit kann ein Christ nichts zu tun haben!

In
2. Petrus 3 haben wir schon gesehen, dass von Ehebruch die Rede ist. Es gibt wohl kaum eine Zeit, in der Ehen und Beziehungen so sehr in Gefahr stehen wie beim Karneval. Durch die Verkleidung kann man den Gegenüber nicht sehen – und ist frei, mit demjenigen zu tanzen, mit dem man will. Und nicht selten landen dann zwei wildfremde Menschen miteinander im Bett. Vielleicht nur für eine Nacht, vielleicht auch für eine längere Zeit.

Die Bibel hat dazu eine klare Sprache: „Den Feigen aber und Ungläubigen und mit Gräueln Befleckten und Mördern und Hurern [hierin ist der „allgemeine“ Ehebruch eingeschlossen] und Zauberern und Götzendienern und allen Lügnern – ihr Teil ist in dem See, der mit Feuer und Schwefel brennt, welches der zweite Tod ist“ (
Offenbarung 21,8).

Auch das macht klar, dass sich ein Christ bei Karnevalfeiern nicht wohl fühlen und auch nicht teilnehmen kann. Sonst kann es passieren, dass du an solchem sündigen Treiben Gefallen findest und selbst in Sünde fällst.

Bei dem letzten Punkt ist schon die Verkleidung zur Sprache gekommen. Auch in der Bibel finden wir Menschen, die sich verkleidet haben. Und man kann nicht sagen, dass es ein positives Beispiel darunter gäbe. Saul verkleidete sich, als er zur Wahrsagerin ging – und wurde entdeckt
(1. Samuel 28). Tamar war die Schwiegertochter von Juda – aber sie verkleidete sich als eine Hure (1. Mose38). War es richtig, dass Jakob sich verkleidete, um Esau zu spielen (1. Mose27)? Und wie war es mit Ahab und Josia, die sich im Krieg verkleideten (1. Könige 22; 2. Chronika35)? Selbst der Teufel „verkleidet“ sich und kommt als Engel des Lichts daher (2. Korinther 11,14). Und auch seine Nachfolger, falsche Propheten, kommen in Schafspelzen daher (Matthäus 7,15).

Zudem werden gerade durch die karnevalistischen Verkleidungen manche Personen und Kräfte bedenklich verharmlost (Teufel, Hexen). Ob ein Christ nach Beschäftigung mit diesen Beispielen noch an solchen Verkleidungen mitwirken kann? Wenn man sich verkleidet, dann will man eine Person darstellen, die man in Wirklichkeit nicht ist. Das haben wir als Kinder sicher alle das ein oder andere Mal gerne getan. Hängt mit diesem Verkleiden aber nicht häufig die Sehnsucht zusammen, dass ich gerne jemand anderes wäre, bestimmte Eigenschaften gerne hätte, die der Herr mir nicht verliehen hat?

Schließlich möchte ich noch die so genannte „Altweiberfastnacht“ ansprechen. An diesem speziellen Donnerstag haben die Frauen das Sagen – und können sich der ganzen Autorität der Männer entledigen. Letztlich ist ja der ganze Karneval ein Abstreifen von sonstigen Normen und Gesetzmäßigkeiten. Jeder kann tun und lassen, was er will. Er kann seine persönliche „Freiheit“ ausleben (und merkt nicht, dass es letztlich nichts anderes ist als Gefangenschaft durch den Teufel).

Aber das Übertreten der Schöpfungsordnung Gottes, dass der Mann das Haupt der Frau ist              (
1. Korinther 11,3), die bis in unsere Tage Gültigkeit hat, macht den Karnevals-Frauen offenbar ganz besonderen Spaß. „Ihr Frauen, seid euren Männern unterwürfig, wie es sich geziemt im Herrn“ (Kolosser 3,18). Diesen Vers kann man auch in der Karnevalszeit nicht einfach wegwischen!

Abschließend

Alle diese Punkte machen letztlich deutlich, dass ein Gott wohlgefälliges Leben nicht mit dem Feiern von Karneval zu vereinbaren ist [2]. Natürlich dürfen wir uns freuen. Wir dürfen auch eine schöne Mahlzeit miteinander einnehmen. Aber Schwelgereien und Ausgelassenheit im Sinn von Karneval passt nicht zu einem Christen. Weil es nicht zu Christus passt. Und Ihm wollen wir Freude machen.

[2] Lasst uns hier lieber konsequent sein. Ein Christ der an Karneval teilnimmt ohne die schlimmsten Auswüchse mitzumachen, ist wohl eher eine Karikatur und sicherlich kein glaubwürdiger Zeuge seines Herrn.


Autor: Manuel Seibel

 
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