Mahl des Herrn "Abendmahl" - Bibelbetrachtung

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Mahl des Herrn "Abendmahl"

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                                                                     Mahl des Herrn

Ob das Abendmahl für alle Menschen oder nur für Wiedergeborene bestimmt ist? Diese Frage steht in der Regel unausgesprochen.


Darum soll an dieser Stelle zunächst auf 1. Kor. 11,23 ff. verwiesen werden. Paulus erklärt hier, dass seine Aussagen über das Abendmahl nicht auf mündlicher Überlieferung basieren, sondern dass er sein Wissen vom Herrn direkt empfangen hat. „Denn ich habe von dem Herrn empfangen, was ich euch weitergegeben habe....“ 1. Kor. 11,23. Die Schilderung, was er vom Herrn empfangen hat, schließt er mit den Worten „Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.

Wie aber soll jemand, der zwar dem Namen nach Christ ist, aber sich Seine Erlösung nicht persönlich zu eigen gemacht, keine Herzenshingabe vollzogen und damit keine wirkliche Beziehung zu Ihm hat, in würdiger Weise Seines Todes gedenken und Ihn beim Mahl verkündigen können ? Hinzu kommt die ernste biblische Warnung: „Wer nun unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch. Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selbst zum Gericht.
1. Kor. 11,27-29. Manche werden nun Lukas 22,19-23 anführen und einwenden: „Aber Judas nahm doch auch am Abendmahl teil !“

Wir meinen nein, weil des dem Wesen des Abendmahls widersprechen würde. Ein Vergleich mit dem Matthäus- und Markusevangelium, die das Geschehen an diesem Tag praktisch übereinstimmend schildern, zeigt uns, dass es Lukas weniger um die chronologische Reihenfolge, sondern mehr um die inneren, geistlichen Zusammenhänge geht.


Das ist sein ihm von Gott gegebener Auftrag, denn in seiner Einleitung an Theophilus schreibt er, er habe alles wohl erkundet und aufgeschrieben: „....damit du den sicheren Grund der Lehre erfahrest, in der du unterrichtet bist.
Luk. 1,4. Vor der Einsetzung des Abendmahl fand das Passahmahl statt, und das, was Lukas erwähnt, sagte der Herr während des Passahmahls, das sich meistens über Stunden hinzog.

Bevor der Herr mit Seinen Jüngern zum letzte Mal Passah feierte, offenbarte Er sich ihnen noch einmal als der Herr, der alles weiß und souverän über alles verfügen kann. Er schickt zwei Seiner Jünger mit einem konkreten Auftrag nach Jerusalem und sagt ihnen im Voraus bis ins Detail, was sich ereignen wird:

Sie werden dort einem Mann begegnen, dem sie ausrichten sollen: „Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passah feiern mit meinen Jüngern.
Matth. 26,18, worauf ihnen ein für das Fest geeigneter Saal gezeigt wird. Dieser Mann ist nicht irgendein Mann, sondern einer, den der Herr Jesus zu einem besonderen Liebesdienst ersehen hat. Er soll seinem Meister die nötige Infrastruktur bieten, damit Er das Passah nach alter Tradition (2. Könige 23,23) in Jerusalem feiern kann. Dass die Jünger den richtigen Mann getroffen haben, erkennen wir daran, dass dieser offensichtlich weder etwas fragt noch etwas entgegnet, sondern sie schlicht in den Saal führt.

Und dann ist es soweit: Das Passahlamm (in der alten Lutherübersetzung fälschlicherweise Osterlamm genannt) und die ungesäuerten Brote (Luther: süßen Brote) samt Zuaten sind bereit.


Der Herr Jesus liegt mit seinen Jüngern zu Tisch und feiert mit ihnen das Passahmahl. Da wird die Feier auf einmal durch eine Äußerung des Herrn unterbrochen, welche die Jünger zutiefst erschreckt. Er sagt ihnen, dass einer von ihnen Sein Verräter sein wird. Bestürzt fragen alle: „Herr, bin ich’s ?“
Matth. 26,22. Schließlich entlarvt der Herr Seinen Verräter: Er antwortete und sprach: „Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten.“ Matth. 26,23. Dieses „Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht“ weist nach unserem Verständnis auf die bitteren Kräuter hin, die nach 2. Mose, 12,8 zum Passahmahl gehören und den Auszug aus Ägypten symbolisieren.

Dazu wurde schon in alter Zeit ein Fruchtmus aus zerdrückten Feigen, Datteln, Rosinen, Äpfeln, Mandeln, Gewürzen und Essig gereicht (die Herstellung war offenbar  in den verschiedenen Ländern verschieden).
In dieses Fruchtmus wurden dann die bitteren Kräuter getunkt. Mit gutem Grund kann daher angenommen werden, dass der Herr Jesus von dieser Schüssel sprach, und dass es sich folglich bei dem „Bissen“, den er Seinem Verräter gab, noch um einen Bestandteil des Passahs (und nicht des Abendmahls) handelte. Nachdem Judas diesen Bissen gegessen hatte, fuhr der Satan in ihn, und er ging hinaus- bezeichnenderweise In die Nacht hinaus
Joh. 13,27-30, um seine mörderische Absicht in die Tat umzusetzen. Erst nachdem Judas gegangen war, setzte der Herr das Abendmahl ein (Matth. 26,26-29; Mk 14,22-24). Zu bedenken ist überdies, dass jedes jüdische Haus vor jedem Passah von jedem Stäubchen Sauerteig – der ein Bild der Sünde ist – gesäubert werden musste. Ist es von daher nicht ebenfalls naheliegend, dass auch der Herr Jesus den „Sauerteig“ unter Seinen Jüngern durch die Entlarvung des Judas entfernte, bevor Er das Abendmahl einsetzte ? Licht und Finsternis musste geschieden sein ! Siehe auch 1. Kor. 5,6-8.

 
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