Von Adam und seinem Fall. - Bibelbetrachtung

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Von Adam und seinem Fall.

Themen & Themes > Deutsch


"Und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren. Und sie banden Feigenblätter um, nachdem sie sich aus denselben Schürzen gemacht hatten."
1. Mose3,7.

Hier haben wir den Anfang aller rein menschlichen Religionen. Der Mensch ohne Gott sucht auch seine Schuld ohne Gott zu lösen, sobald sie ihm zum Bewusstsein kommt. Auf dem Boden seines Naturzustandes gibt es für ihn keine anderen Mittel als die der Natur und der eigenen Kraft. Ob er sie an einem Feigenbaum oder sonst wo findet - natürliche Mittel sollen seine sittliche Blöße decken. Der Verlust eines innerlichen Zustandes soll geheilt werden durch das Mittel der Gabe der Natur. Feigenblätter können vielleicht natürliche Wunden heilen, nicht aber Verluste der Seele wiederbringen.

Das wahre Wesen der Nacktheit des Menschen lag nämlich weit über die Natur hinaus. Es war der Verlust der wahren Gottähnlichkeit. Diese hatte der Mensch als seinen inneren Zustand verloren. In seiner Gottähnlichkeit war der Mensch unschuldig auch ohne Feigenblatt. Ohne diese blieb er schuldig trotz des Feigenblattes. Und doch hat die Menschheit bis heute nie mehr aufgehört, ihre sittlichen Wunden durch natürliche Mittel zu heilen. Auch darin trägt sie je und je das Bild des ersten Adam. Daher sind im Laufe der Jahrtausende Religionen um Religionen entstanden.

Und doch sind es nur Feigenblätter vom Baum der Natur, vom Menschen selbst gepflückt und als Schürze zubereitet. Denn was ist das Wesen aller rein menschlichen Religionen? Selbsterlösung. Daher auch ihre ausgesprochene Kreuzesfeindschaft. Haben doch alle Religionen ihr Heimatrecht auf dem Boden des natürlichen Zustandes des Menschen. Die Sehnsucht schuf sie zwar, aber in eigener Kraft und mit eigenen Mitteln. Was dem gefallenen Menschen zur Verfügung stand, seine Nacktheit zu decken, war eine Gabe der Natur und seine eigene Handlung. Niemals aber konnte Menschliches Göttliches wiederherstellen. Vom Fleisch konnte immer nur Fleisch geboren werden. Gottes ebenbildlichkeit ist aber Geistesgemeinschaft des Menschen mit seinem Schöpfer.

Es gab daher vom Menschen aus auch niemals einen Weg zurück zu Gott. Auch in aller seiner Religion blieb der Mensch an sich in seinem inneren Zustand das, was er war. In ihrer Stärke erwies gerade seine Religion sich als Feindin Gottes. Der Herr der Herrlichkeit ist von der Religion gekreuzigt worden. Gott kann nur in einen neuen Zustand des Lebens führen, indem Er den Zustand des Todes richtet. Gottes Heil führt über Golgatha nach Ostern zu jenem neuen Lebenszustand, in welchem der Mensch eine Neuschöpfung geworden ist in Christo Jesu.

J.Kroeker

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü