Zeitliche Befreiung oder ewige Errettung? - Bibelbetrachtung

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Zeitliche Befreiung oder ewige Errettung?

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Autor: MacDonald

Diejenigen, die die ewige Sicherheit des Heils widerlegen wol len, übersehen manchmal, dass das Wort Rettung oder Heil und verwandte Ausdrücke verschiedene Bedeutungen haben.
Erretten beschreibt das Werk Christi, mit dem Er Menschen von  ihren Sünden rettet. In diesem Fall befreit Er sie von der ewigen  Verdammnis. Dieser Aspekt der Errettung ist uns am meisten  vertraut und wir sind geneigt, diese Bedeutung jedesmal hinein wenn uns dieses Wort begegnet.

Aber Errettung (Heil) kann auch bedeuten: aus dem Gefängnis  entlassen werden (Phil.1,19), vor dem Ertrinken bewahrt werden  (Apg.27,30-31), aus Gefahr befreit werden (Mt.8,25) und von  Krankheit geheilt werden (Mt.9,22) – kurz, Errettung aus nahezu  jeder misslichen Situation im Leben.

Eine andere wichtige Bedeutung des Wortes erretten ist Bewah rung vor geistlichem Schaden im Leben. Nehmen wir zum Bei spiel 1. Timotheus 4,16:
Habe Acht auf dich selbst und auf die Lehre; beharre in diesen Din gen! Denn wenn du dies tust, so wirst du sowohl dich selbst erretten  als auch die, die dich! hören.

Es sollte von vornherein klar sein, dass es sich hier nicht um die  ewige Errettung der Seele handeln kann. Timotheus war nicht in  der Lage, sich selbst vom Zorn Gottes zu retten und selbstvers tändlich konnte er auch andere nicht retten. Aber wenn er auf  sich Acht gab und beharrlich an der gesunden Lehre festhielt, konnte er geistlichen Irrtümern vorbeugen und diejenigen vor  Fehlern und moralischen Fehltritten bewahren, denen er diente.

Ein weiteres Beispiel für einen Gebrauch des Wortes in dieser Weise ist Jakobus 1,21:
Deshalb legt ab alle Unsauberkeit und das Übermaß der Schlechtigkeit, und nehmt das eingepflanzte Wort mit Sanftmut auf, das eure  Seelen zu erretten vermag!

Jakobus schreibt an Gläubige. Er sagt ihnen hier nicht, wie man vor der Hölle errettet werden kann. Das sind sie schon. Aber er   ermahnt sie, sich den Lebensstil anzueignen, der sie in der Zeit   nach ihrer Bekehrung charakterisieren sollte. Und er bittet sie   inständig, dem Wort Gottes zu gehorchen, weil sie dadurch vor unzähligen Schwierigkeiten bewahrt werden.

Natürlich stimmt es, dass Gott Sein Wort benutzt, um die Erret  tung unserer Seelen vor der ewigen Verdammnis zu bewirken, aber darum geht es hier nicht. Jakobus spricht hier aber Heili  gung, nicht aber Wiedergeburt. Es geht hier um die Gegenwarts  form der Errettung, das ist Befreiung von der Macht der Sünde   im Leben eines Gläubigen. Ein Mensch, der in Abhängigkeit von   Gottes Wort bleibt, wird vor den unvermeidbaren Folgen geret  tet, die es hat, wenn er nicht in Gemeinschaft mit dem Herrn   lebt.

    
Der Ausdruck „errettet unsere Seelen" hat nirgends die Bedeu  tung der Errettung vor der Hölle.
Vielmehr steht der Gedanke   im Hintergrund, uns davor zu bewahren, dass wir unser Leben   vergeuden oder verschwenden.

    
Das ist auch der Sinn von Jakobus 5,19-20: Meine Bruder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt und  jemand ihn zurückführt, so wisst, dass der, welcher einen Sünder  von der Verirrung seines Weges zurückführt, dessen Seele vom Tode  erretten und eine Menge von Sünden bedecken wird.

    
Hier haben wir das Beispiel eines Gefallenen, eines Menschen,   der von der Wahrheit abgewichen ist. Er wandelt nicht mehr mit   dem Herrn. Er ist von dem für ihn vorgezeichneten Weg abge  irrt. Ein Bruder oder eine Schwester aus der Gemeinde setzt sich   mit ihm in Verbindung, um ihn zurechtzubringen und ist dabei   erfolgreich, ihn von seinem falschen Weg zurückzuholen.

    
Das hat zwei dramatische Folgen. Erstens – der Hirte rettet eine   Seele vom Tod. Hier wird, wie so oft im jüdischen Sprachgebrauch,  Seele als Synonym für Mensch verwendet. Wie aber rettet er ei  nen Menschen vom Tod? Ewiger Tod kann nicht gemeint sein,   denn Errettung vom ewigen Tod erlangt man nur durch Bekeh  rung zu Gott und Glauben an den Herrn Jesus Christus. Das Evan  gelium wird hier nicht erwähnt. Wie geht es dann zu, dass er den   in Sünde gefallenen Heiligen vom Tod errettet? Er holt ihn von   seinem falschen Weg zurück. Wenn Jakobus ewige Errettung ge  meint hatte, dann wäre das Errettung durch eigene Besserung,   was dem Evangelium der Gnade völlig widersprechen würde.

     
Die Frage bleibt jedoch: „Was ist mit  Tod gemeint?" Es ist der le  bendige Tod, ein Dasein in Kummer, Schuld und Ruhelosigkeit,   das Gefallene führen. David gibt in Psalm 32 eine lebhafte Be  schreibung dieses Zustandes.

Als ich schwieg, zerfielen meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag. Denn Tag und Nacht lastete auf mir deine Hand; ver wurde mein Saft in Sommergluten  (Ps.32,34).
Natürlich kann sich  Tod in dieser Passage auch auf das Gericht   Gottes an einem Gläubigen beziehen, der in Sünde verharrt, ohne   sie zu bekennen (
1Kor 11,30). Es ist die Ausnahme, wenn Gott   das tut, wogegen die obige Erklärung die unausweichliche Folge beschreibt.

E
ine ähnliche Bedeutung von  Heil oder  Errettung beschäftigt sich   mit der Lösung von Problemen im Leben. Nehmen wir als Bei  spiel Philipper 2,12:
Daher, meine Geliebten, wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht  nur wie in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in mei Abwesenheit, bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern

Es gibt in diesem Kapitel einen deutlichen Gedankenfluss, und   um Vers 12 verstehen zu können, müssen wir die Spur zurück  verfolgen:  

Es gab in der Versammlung in Philippi ein Problem; einige Gläubige   sind nicht miteinander ausgekommen (Verse 1-2, siehe auch 4,2).

Um diesem Problem beizukommen, ist es notwendig, an die an  zu denken, nicht an sich selbst: Achte andere höher als  dich selbst (Vers 3b); sieh auf die Interessen anderer (Vers 4b).  Andere ist das Schlüsselwort.

D
er Herr Jesus ist das beste Beispiel für jemanden, der für ande  re gelebt hat; wir sollten Seinem Vorbild nacheifern (Vers 5). Er   hat sich selbst so sehr erniedrigt, dass Er für andere am Kreuz   gestorben ist (Verse 6-8).

G
ott hat Ihn mit einem Namen geehrt, der Ober jedem Namen  ist und mit der Verhei1ung der uneingeschränkten Herrschaft (Verse 9-11).

An dieser Stelle sagt Paulus: „Daher, meine Geliebten, …bewirkt   euer Heil mit Furcht und Zittern" (Vers 12). Mit anderen Worten:   „Ich habe euer Problem diagnostiziert. Ich habe euch die Lösung  gezeigt. Und nun geht dran, an der Lösung eures Problems zu  arbeiten, und zwar mit der gebotenen Furcht, dass ihr sonst dem   Herrn missfallt. „ In diesem Vers hat Heil die Bedeutung von zeit  licher Befreiung von einem Problem der Uneinigkeit in der Ge  meinde. Mit Errettung eines Menschen vor dem ewigen Tod hat   es nichts zu tun.

Ich gebe zu, dass das nicht die gebräuchlichste Auslegung dieses  Verses ist. Normalerweise erklären Christen seine Bedeutung so:   Wenn Gott dich rettet, legt er ewiges Leben in dich hinein, aber   dann musst du es in einem Leben der praktischen Heiligung be  wirken. Es scheint mir aber, dass dadurch ein Gedanke herein  kommt, der nicht zum Zusammenhang passt. Der Apostel hat  nicht von der ewigen Errettung der Seelen gesprochen. Außerd em wird das Wort für „bewirken" in der ursprünglichen Spra  che des Neuen Testamentes wohl kaum mit dieser Bedeutung   „Ausarbeitung der Heiligung" verwendet. Es bedeutet immer   „wirken, um etwas zu erreichen".

Das wirft die Frage auf: „Was veranlasst Befürworter der Verlier  barkeit des Heils, ihre Sache mit                  Philipper 2,12 zu untermauern?"   Einer der führenden Vertreter erklärt das auf diese Art: „Der Be  'bewirkt euer Heil' zeigt, dass der Mensch für seine Erret tung Verantwortung tragt. „ Es ist nicht Gott allein, der hier die   Initiative ergreifen muss. So vermutet man, dass der Mensch sei  ne Errettung verlieren kann, wenn er nicht seinen Teil beiträgt.

An diesem Beispiel sehen wir, was geschieht, wenn wir es ver  säumen, zwischen zeitlicher Befreiung und ewiger Errettung zu   unterscheiden.
Ein weiters Beispiel findet sich in  
1. Timotheus 2,15:  Sie wird aber durch das Kindergebären hindurch gerettet werden, wenn  sie bleiben in Glauben und Liebe und Heiligkeit mit Sittsamkeit.
Wir sollten gleich zu Beginn erwähnen, dass es in christlichen   Kreisen einige unterschiedliche Auslegungen dieses
Verses gibt.

Einige sehen in dem Vers die Verheißung einer sicheren Geburt, wenn die Eltern so leben, wie Gläubige leben sollten. Die Schwier  igkeit dieser Sicht ist, dass es viele gottesfürchtige Frauen   gegeben hat, die Fehl- oder Totgeburten gehabt haben, und viele Mütter sind – besonders in der Vergangenheit – bei einer Geburt   gestorben.

Manche bringen diesen Vers mit der Geburt des Herrn Jesus,   unseres Heilands, in Verbindung. Weil aber  alle Gläubigen durch  Ihn errettet sind, ist es nicht schlüssig, warum Mutter hier be sonders herausgehoben werden sollen.

Andere nehmen an, dass eine Frau von der Verderbtheit der Gebewahrt wird, wenn sie Mutter und Hausfrau ist. In  dieser Aussage gibt es einen wahren Kern.

Um zu einer anderen Auslegung zu gelangen, nehmen wir   wie derum den Kontext zu Hilfe. Paulus gibt Anweisungen über öffentliche Anbetung. Das Gebet in den Versammlungen gehört  zum Dienst der Männer. Frauen werden aufgefordert, sich gezie  zu kleiden, Männer nicht zu unterweisen, keine Autorität  über einen Mann auszuüben und in aller Stille zu lernen. Um zu   zeigen, dass es sich um keine kulturell bedingten Anordnungen  handelt, geht Paulus zurück zur Reihenfolge der Schöpfung —Adam zuerst, dann Eva. Und er geht zurück auf die Leiterschaft  des Mannes. Eva hat dagegen verstoßen, indem sie versäumt hat,  ihren Mann zu Rate zu ziehen. Sie wurde betrogen und brachte  unbeschreibliche Folgen dieser Sünde in die Welt.

All das könnte den Eindruck erwecken, dass die Frau als Unper  son abgestempelt ist. In der Gemeinde hat sie keine anerkannte   Stellung. Nicht so, sagt der Apostel. Sie ist privilegiert, Gott wohl gefälligen Nachkommen für die Zukunft der Gemeinde großzu ziehen. Wer kann behaupten, dass diese Rolle nicht wichtiger ist,   als die der Männer? Stimmt es nicht, dass die Hand an der Wiege   auch die Welt regiert?
So kannte der
Vers über die Errettung der Frau durch das Kin dergebaren hindurch ein klares Wort aber die  Errettung ihrer Stel lung in der Gemeinde sprechen. Die Rolle der Mutterschaft bewahrt  sie vor dem Denken, dass sie bedeutungslos sei. Sie ist von ent scheidender Wichtigkeit!

Es ist aber eine Bedingung hinzugefügt: „... wenn sie (die Müt ter) bleiben in Glauben und Liebe und Heiligkeit mit Sittsamkeit."  Ihre Fähigkeit, gottesfürchtige Kinder und geistliche Leiter für. die Gemeinde zu erziehen, hängt zum großen Teil davon ab, ob  sie auch ein Vorbild ist.

Es sollte klar sein, dass dieser Bedingungssatz mit ewiger Erret nichts zu tun hat. Eher hat er damit zu tun, sich von der Vorstellung zu befreien, dass Frauen ohne bedeutende Rolle in  der Gemeinde hinten angestellt sind. Darüber hinaus ist die Vor stellung absurd, dass man durch das Gebaren von Kindern ewi Errettung erlangt, das steht im Gegensatz zu Errettung aus Gnade durch Glauben, unabhängig von Werken.

Mein Dank und ewige Anbetung gilt daher dem HERRN aller Herren - Jesus Christus.
         

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